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Auszüge aus einem Brief von Vater Abt Bernardus Peeters, Koningshoeven, an die Mitglieder des Vereins der Freunde und Förderer der Abtei Mariawald vom 12 Dezember 2016:
...Es ist wahr, dass im letzten Jahr in Mariawald viel geschehen ist. Der Rücktritt von Vater Abt Josef war verständlicherweise ein aufwühlendes Ereignis. Sowohl nach Mariawald als auch nach Tilburg sind viele Journalisten gekommen, die Fragen stellen wollten. In Absprache mit Dom Josef habe ich jedoch beschlossen, der Presse gegenüber nichts verlauten zu lassen. Der Grund dafür liegt darin, dass die Gemeinschaft und auch die Mitarbeiter meiner Einschätzung nach Ruhe verdient haben...
Das Generalkapitel unseres Ordens hat mir im September 2014 die Aufgabe des Pater Immediat anvertraut, in Stellvertretung für den Abt vom Oelenberg...
Seit meinem Amtsantritt habe ich das Vertrauen Dom Josefs genossen und auch ich habe ihm dieses Vertrauen aus ganzem Herzen entgegengebracht. Mariawald und seine Zukunft liegen mir sehr am Herzen. Ich stamme aus der Umgebung von Aachen und als ich ein Kind war, gingen wir am Sonntagnachmittag oft in der Nähe von Mariawald spazieren und aßen dort natürlich auch einen Teller Erbsensuppe. Während der Zeit von Dom Bruno Gooskens als Abt durfte ich ihm einige Jahre lang als Novizenmeister zur Seite stehen. Alle drei Wochen kam ich für einige Tage nach Mariawald, um mit den damaligen Novizen zu sprechen und sie zu unterweisen. Mariawald und seine Gemeinschaft sind mir also keineswegs unbekannt.

Im Mai 2016 war es Zeit für die sogenannte regulare Visitation. Alle zwei Jahre visitiert der Pater Immediat offiziell seine Töchterhäuser. Das Ziel dieser Visitation ist es, die pastorale Sorge des Abts zu unterstützen und zu überprüfen, ob im Tochterhaus noch alles im Geist der Konstitutionen verläuft, und um die Gemeinschaft in der Erfüllung ihrer Berufung zu ermutigen. Eine Visitation kann auch eine Gelegenheit sein, um eventuell anstehende Veränderungen einzuleiten. Um die Beziehung zum Orden zu verstärken, habe ich, nach Zustimmung der Gemeinschaft von Mariawald, den Abt des englischen Trappistenklosters Mount Saint Bernard, Dom Erik Varden, gebeten, mich bei dieser Visitation zu begleiten.

Angesichts der Mitgliederzahl der Abtei, des Durchschnittsalters und der Tatsache, dass nun zwei Liturgieformen nebeneinander bestehen, war es für uns als Visitatoren nicht erstaunlich, dass die Brüder uns gegenüber ihre Sorgen über die Zukunft von Mariawald ausgesprochen haben. Dem Thema der Zukunft kann man positiv oder negativ gegenüberstehen. Die Heilige Schrift lehrt uns, dass wir mit Sinn für die Realität immer eine positive Einstellung wählen sollen. Als Visitatoren sind wir uns auch bewusst, dass es hier um die Zukunft des einzigen Trappistenklosters in Deutschland geht. Unser gesamter Orden ist darum davon betroffen.
In der Frage der Zukunft kontemplativer Klöster ermutigt der Vatikan die schwächeren Gemeinschaften, mit anderen Häusern des gleichen Instituts zusammenzuarbeiten, um einander zu helfen und zu bestärken. Diese Hilfe kann sich sowohl auf die Ausbildung neuer Kandidaten, die Leitung der Abtei oder auf finanzielle Unterstützung beziehen. Vor diesem Hintergrund ist der Rücktritt Dom Josefs zu sehen. Ich betone nachdrücklich, dass Dom Josef nicht abgesetzt wurde oder unter Druck gesetzt wurde, abzutreten.

Durch seinen Rücktritt hat es Dom Josef – innerhalb der Grenzen unserer Ordensregeln – möglich gemacht, dass eine Zusammenarbeit zwischen den Gemeinschaften von Tilburg und Mariawald entstehen konnte, ohne dass dadurch die Autonomie von Mariawald eingeschränkt wird. Ich bin Dom Josef dankbar, dass wir zusammen zu dieser Einsicht gelangt sind und dass er großherzig die sich ergebenden Folgen auf sich genommen hat. Der Pater Immediat nimmt nun, laut unseren Konstitutionen, alle Verantwortung für Mariawald auf sich. Alle Befugnisse bleiben jedoch beim Kapitel Mariawalds und auch die Ausbildung neuer Kandidaten kann weiter in Mariawald stattfinden. Der Zweck dieser Maßnahmen ist es, Mariawald stärker zu machen und die Zukunft des einzigen Hauses unseres Ordens in Deutschland sicherzustellen. Natürlich weiß keiner von uns, was die Zukunft wirklich bringen wird.
Nach dem Rücktritt eines Abts hat der Pater Immediat einige Monate Zeit, um die Situation in Augenschein zu nehmen. In diesen Monaten will ich mir ein umfassendes Bild der Lage machen. Auch darum habe ich den Kontakt zur Presse vermieden. Ich möchte diese Untersuchung in aller Ruhe vornehmen können. Nach diesen Monaten sollte die Zukunft klarer sein, wobei die vollständige Verantwortung für die Gemeinschaft weiter in meinen Händen liegt...
Von Anfang an war klar, dass wir versuchen müssen, für die älteren Mitbrüder eine gute Versorgung in Mariawald umzusetzen. Sie verdienen es, soweit möglich, in Mariawald gut versorgt zu werden. Klar ist auch, dass die jüngeren Mitbrüder in einem Klima leben sollten, in dem sie ihre klösterliche Berufung in Treue leben können. Sie haben sich dafür entschieden, dies nach dem Außergewöhnlichen Ritus der Kirche und nach den Konstitutionen unseres Ordens von 1963 zu tun. Die Kirche hat ihnen diese Möglichkeit eingeräumt und darum unterstütze ich sie darin voll und ganz. Wenn sie dies innerhalb der Grenzen unserer Kirche tun, kann und wird der Orden dies auch respektieren...

Ich hoffe, dass Sie sich genau wie Dom Josef und die Mitbrüder für die Zukunft des einzigen Trappistenklosters in Deutschland entscheiden. Sie dürfen darauf vertrauen, dass ich alles in meiner Macht Stehende tun werde, die Zukunft Mariawalds zu retten. Ich bitte Sie darum um Ihre Unterstützung und Ihr Vertrauen, wie das Buch Deuteronomium es uns sagt: „Wähle also das Leben!“ (Deut. 30,19)

Auch im Namen Dom Josefs, der weiterhin der Hausobere sein wird, danke ich Ihnen noch einmal für Ihre Unterstützung und Ihre Beiträge, die das Leben in Mariawald ermöglichen. Ich danke dem Förderverein von ganzem Herzen für seinen Einsatz. Ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und Gottes Segen für das neue Jahr!

Vater Abt Bernardus