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Diakonatsweihe von Bruder Johannes am 16. Mai 2015
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Am 16. Mai 2015, wurde Bruder Maria Johannes Wolf aus der Abtei Mariawald in der Pfarrkirche St. Gallus in Gestratz zum Diakon geweiht. Gestratz gehört zum Landkreis Lindau/Bodensee und liegt im Tal der oberen Argen, unweit der alten Römerstraße von Bregenz nach Kempten. Die Kirche wurde um 800 durch St. Gallen begründet.

Eine kleine Abgesandtschaft aus dem Kloster Mariawald sowie Freunde von Bruder Johannes waren ihm auf den Weg in das Allgäu gefolgt, darunter Abt Josef, Elisabeth Weinmann aus Altötting, Dr. Görg aus Montabaur, das Ehepaar Edelkamp mit Sohn sowie der Vorsitzende des Fördervereins der Abtei Mariawald und dessen Ehefrau.

Wer an der Zeremonie der Diakonatsweihe im traditionellen Ritus teilgenommen hat, konnte den Gesichtern der zehn Weihekandidaten Ernsthaftigkeit, Überzeugung und frohe Dienstbereitschaft ablesen.

Für Bruder Johannes und weitere neun Weihekandidaten war es die sechste der insgesamt sieben Weihestufen. Ein unumkehrbarer Schritt, ein Schritt von größter Tragweite.

Wer diesen Schritt, den ersten endgültigen Schritt hin zum Priestertum geht, dem ist klar, dass er sich auf einen geistigen Kampf gegen Mächte und Gewalten einlässt: auf das große Ringen um das Heil der Seelen.

Die Kerzen, die die Kandidaten mit ihrer Rechten fest umgreifen, ist in Anlehnung an das Gleichnis der fünf klugen Jungfrauen ein Symbol für die innere Bereitschaft. Von jetzt an gilt es, dieses Licht im heiligen Dienst – allen Angriffen der finsteren Mächte zum Trotz – mutig zu verbreiten. Ein Diakon soll kein bequemer Würdenträger sein, dem das Verb „dienen“ nur aus theoretischen Erwägungen heraus bekannt ist, nein, er soll sich im Dienst des großen Königs verzehren, genauso wie das Licht in seiner rechten Hand sich selbstlos verzehrt, um das zu tun, wozu es bestimmt ist: Um die Finsternis zu durchbrechen und zu leuchten.

Als S.E. Bischof em. Elmar Fischer den einzelnen Kandidaten in der Voll-macht Jesu die rechte Hand aufs Haupt legte und ihnen damit Anteil an dem einen Sakrament des Ordo übermittelte, konnte man spüren, dass hier etwas Übernatürliches geschah. Der Bischof steht in apostolischer Sukzession am Ende einer langen Kette, deren Anfang Jesus Christus selbst ist. Es ist der Herr selbst, der durch den Bischof die Kandidaten berührt und sie so zum Dienst des Diakons bevollmächtigt: „Empfange den Heiligen Geist zur Stärkung und um dem Teufel und seinen Versuchungen zu widerstehen. Im Namen des Herrn.“ -

Nach dem namentlichen Aufruf und dem "Adsum" der Weihekandidaten präsentierte der kirchliche Obere sie dem Bischof, worauf dieser ihn fragte: "Weißt du, dass sie würdig sind?" Die Antwort lautete: "Soviel menschliche Gebrechlichkeit es zu erkennen gestattet, weiß und bezeuge ich, dass sie zur Bürde dieses Amtes würdig sind." Danach wandte sich der Bischof an das Volk und forderte auch die Anwesenden zum Zeugnis auf: "Wenn jemand etwas wider sie hat, der trete für Gott und um Gottes Willen mit Zuversicht hervor." Ihre Wurzeln hat diese Befragung in der Urgemeinde von Jerusalem. Es wird genau das nachgeahmt, was damals geschah, als die ersten Diakone bestellt wurden. Es sollten sieben Männer ausgewählt werden, "die ein gutes Zeugnis haben und erfüllt sind von Geist und Weisheit" (Apg 6,3). Die Versammlung stellte die Erwählten den Aposteln vor, "und diese beteten und legten ihnen die Hände auf" (Apg 6,6). Für die Diener Gottes und der Kirche ist es von großer Wichtigkeit, auch vor dem Zeugnis des Volkes untadelhaft zu sein wie ihr Meister (vgl. Joh 8,46).

Danach folgte die bischöfliche Unterweisung. Diese beginnt mit den Worten: "Da ihr, geliebteste Söhne, in den Stand der Leviten erhoben werden sollt, so bedenket recht, zu welch erhabenem Rang in der Kirche ihr emporsteigt!" Die Bezeichnung ,Leviten' weist darauf hin, dass die Diakone "Namen und Amt" von den Söhnen Levis übernommen haben, um ähnliche Dienste wie einst die Leviten am alttestamentlichen Bundeszelt jetzt in der Kirche Jesu Christi zu verrichten. Deshalb ist es auch üblich, eine feierliche Messe unter Mitwirkung von Diakon (und Subdiakon) als Levitenamt zu bezeichnen.

Weil die Diakone ermächtigt sind, am Heiligen Opfer unmittelbar an der Seite des Priesters mitzuwirken, werden sie im Weihetext würdevoll "comministri et cooperatores Corporis et Sanguinis Domini - Mitdiener und Mitwirker am Leib und Blut des Herrn" genannt. Neben dem Dienst am eucharistischen Leib Christi wird ihnen zugleich ein wesentlicher Aufbaudienst am mystischen Leib Christi übertragen: "Der Diakon soll nämlich am Altar dienen, taufen und predigen." Durch die Taufe werden der Kirche ständig neue Kinder geboren. Durch die Predigt werden sie bestärkt im Glauben und ermahnt zum treuen Wandel gemäß der Botschaft des Evangeliums.

Die Ermahnung zu einem würdigen Lebenswandel klingt in der Diakonatsweihe viel eindringlicher als bei den vorhergehenden Weihestufen (den Niederen Weihen): "Ihr sollt hinweggenommen sein von den fleischlichen Begierden, die wider die Seele streiten. Ihr sollt lauter, rein, unbefleckt und keusch sein, wie es sich für Diener Christi und Ausspender der Heilsgeheimnisse Gottes ziemt." In bezug auf die Verkündigung des Evangeliums und die Predigt heißt es: "Bemüht euch, dass ihr allen, denen ihr das Evangelium mit dem Mund predigt, es in lebendigen Werken auslegt!"

Nach der Unterweisung des Bischofs folgte die Allerheiligenlitanei.

Hierauf rief der Bischof in zwei kurzen Gebeten noch einmal den Segen Gottes über die Weihekandidaten herab. Dann legte er die Mitra ab, breitete die Hände aus und begann feierlich den Gesang der Weihepräfation. Nach einem Lobpreis auf die Weisheit und Güte Gottes, wie sie sich in der Stiftung seiner Kirche offenbart, wandte sich der Gesang den Weihekandidaten zu: "Auf diese Deine Diener schaue, wir bitten Dich, o Herr, huldreich herab, die wir für den Dienst Deiner Altäre, zum Amt des Diakonates demütig flehend weihen. Wir [ … ] beurteilen den Lebenswandel Deiner Diener nur nach unserem Vermögen. Dir aber, o Herr, entgeht nichts [ … ] Du kennst die Geheimnisse, Du durchforschst die Herzen. Du kannst ihr Leben mit Deinem stets allvermögenden himmlischen Urteil prüfen und sie von ihren Fehlern reinigen und das, was sie üben sollen, ihnen verleihen."

Mitten in der Präfation erfolgte die eigentliche Weihe. Der Bischof unterbrach den Gesang, legte jedem einzelnen die rechte Hand aufs Haupt und sprach: "Empfange den Heiligen Geist als Stärke und um dem Teufel und seinen Versuchungen zu widerstehen. Im Namen des Herrn." Danach hielt er die Hand ausgestreckt und betete über alle Weihekandidaten gemeinsam die zur Gültigkeit notwendigen Worte: "Sende, Herr, wir bitten Dich, den Heiligen Geist auf sie herab, damit sie zur treuen Verrichtung Deines Dienstes mit Deiner siebenfältigen Gnadengabe gestärkt werden."

Danach wurde die Weihepräfation bis zum Ende fortgesetzt, wobei der Bischof weiterhin die rechte Hand ausgestreckt hielt: "Es überströme sie die Schönheit vollkommener Tugend, bescheidene Würde, beständige Reinheit, makellose Unschuld und genaue Beobachtung der geistlichen Zucht. In ihren Sitten sollen Deine Gebote erglänzen, damit das Beispiel ihrer Keuschheit das Volk zur heiligen Nachahmung führe […]"

Hierauf empfingen Bruder Johannes und die neun weiteren geweihten Diakone aus der Hand des Bischofs die Stola, die sie zu allen amtlichen Verrichtungen über die linke Schulter tragen, sowie die Dalmatik, mit der sie sich im levitierten Hochamt zum Altardienst bekleiden werden. Zuletzt reichte der Bischof jedem einzelnen das Evangelienbuch zur Berührung mit der rechten Hand: "Empfange die Vollmacht, das Evangelium in der Kirche Gottes zu lesen sowohl für die Lebenden als auch für die Verstorbenen."

Mit zwei Gebeten für die Neugeweihten endete die Diakonatsweihe.

Die Festfeier, die insgesamt knapp drei Stunden dauerte, war für alle Teilnehmer ein außerordentliches Erlebnis. Die Weihekandidaten waren von zahlreichen Familienmitgliedern begleitet, darunter viele Kinder, teilweise noch im Kinderwagen, die - nach ihrer Stille und Andacht zu urteilen - offensichtlich lange Gottesdienste gewohnt waren.

Die tadellose Organisation ist der Petrusbruderschaft zu verdanken. In deren Priesterseminar in Wigratzbad waren die geweihten Diakone untergebracht. Dort fand auch nach der Messfeier zum Ausklang ein gemeinsames Mittagsmahl zusammen mit den Angehörigen und geladenen Gästen statt.

Der Tatsache, dass auch Geistliche schwache Menschen sind, die der ständigen Gefahr, zu Fall zu kommen ausgesetzt sind, wird in der Weiheliturgie besonders an der Stelle, an der das Volk befragt wird, Rechnung getragen: „Wenn jemand etwas wider sie hat, der trete für Gott und um Gottes willen mit Zuversicht hervor und offenbare es.“ In diesem Fall trat niemand zu solchem Zeugnis hervor. Aber es wurde deutlich, dass auch das gläubige Volk mit in die Verantwortung genommen ist. Deshalb möchten wir Sie herzlich bitten, für die neuen Diakone zu beten, nämlich für Gregor Pal, Sebastien Damaggio, Piere-Emmanuel Bonnin, Antoine de Nazelle, Cyrille Perret, Simon Gräuter, Jakub Zentner, Michael Parth, James Mawdsley und für Bruder Johannes Wolf aus der Abtei Mariawald.
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Die Ausführungen zur Diakonweihe sind im Wesentlichen den Veröffentlichungen der Petrusbruderschaft (Informationsblatt der Priesterbruderschaft St. Petrus von Pater Martin Ramm und der Internetseite http://petrusbruderschaft.de/pages/archiv/bruderschaft/diakonatsweihe-2015.php) entnommen.
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