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Hier im Folgenden nun der Originaltext, den ein Mitglied des Freundeskreises für uns aufbereitet hat.
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Das Kloster des Schweigens

Von Dr. Fritz Meering
(aus der Zeitschrift „Gartenlaube“ vom 5. Mai 1932)
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Die strenge Ordensregel schreibt vor, daß die Mönche einzeln hintereinander von der Feldarbeit zurückkehren
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Abseits vom Tageslärm, von den großen Geschehnissen und Umwälzungen unserer Zeit hat sich eine Welt erhalten, die sich Arbeit und Betrachtung als einziges Ziel gesetzt hat, die ohne Streben nach äußerem Erfolg in Stille und Abgeschiedenheit ihre Tage verbringt. Unter den alten Ordensstiftungen sind es besonders bei den Zisterziensern, den großen Kulturträgern und Kolonisatoren, die Trappisten, die nach der alten Regel der Zisterzienser aus dem Jahre 1098 in zahlreichen Klöstern ein der Öffentlichkeit verborgenes, aber tätiges Leben führen.

Die Trappisten entstanden als eine der vielen Reformationsbewegungen des Klosterlebens, die nach den Zerrüttungen und Verflachungen zum Ausgang des Mittelalters und dem Beginn der neuen Zeit einsetzten. Sie wollten zurück zu der ursprünglichen Regel der Zisterzienser, die sehr streng ist und bedeutende Opfer verlangt, aber dafür ein von allen äußeren Einflüssen unbeirrtes mönchisches Leben sichert. Die grundlegenden Regeln dieses Ordens haben bei den Trappisten neue und feste Form gefunden. Ein Weltmann mußte kommen, um diese alte "Observanz" wieder einzuführen, die vielen unfaßbar und für ein Menschenleben kaum tragbar erscheinen mag. Jean Le Bouthillier de Rance, ein französischer Adliger, trat im Jahre 1664 nach einem lockeren und erfolgreichen Hofleben in den Orden ein und zwar in die Abtei "La Trappe", deren Einkünfte ihm auf Grund besonderer Rechte, wie sie die damalige Zeit kannte, zustanden. Er verschenkte sein ganzes Vermögen, zog sich vollkommen zurück und führte dann mit einer ständig wachsen Schar Gleichgesinnter die alten Regeln wieder ein. Überraschenderweise wurde der Zulauf zu dem Kloster La Trappe immer größer. Der Trieb und die Sehnsucht nach Askese waren noch nicht erstorben, sondern suchten gerade nach den Zeiten der Verflachung und Verödung nach neuen Plätzen, wo sie sich ausleben konnten. Die einzelnen Ordensbestimmungen wurden erst nach sorgfältiger Prüfung und gesammelten Erfahrungen als endgültig eingeführt. Der Beweis ihrer Zuträglichkeit für das Leben der Mönche mußte erst erbracht werden. Trotz vielfacher Störungen haben sich die Trappisten bis in die heutigen Tage hinein mit zahlreichen Niederlassungen und einer Mitgliederzahl von vielen tausend Köpfen erhalten. Wo sie vertrieben wurden, fanden sie wenige Jahre später, so z.B. in Frankreich, wieder eine gastliche Aufnahme. Auch sie haben sich in der neuen Zeit der Mission in stärkerem Maße zugewendet. Deutschland besitzt heute nur noch eine größere klösterliche Niederlassung in dem Priorat Mariawald in der Eifel, da die größere deutsche Abtei Oelenberg im Elsaß nach dem Friedensschluß an Frankreich fiel.
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In der Schlosserei werden alle Reparaturen durchgeführt
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Viele seltsame Geschichten sind über den Orden, der in Chorherren und Laienbrüder, welche der Orden Chorreligiosen und Konversbrüder nennt, zerfällt, im Umlauf. Die Chorherren sind weiß, die Brüder braun gekleidet.

Die Vermutung, daß die Trappisten in ihrem eigenen Sarge schlafen sollen, beruht auf der falschen Auslegung, daß sie auf ihrem einfachen Lager die Tageskleidung anbehalten, in der sie auch nach ihrem Tode bestattet werden. Der Tag ist sehr streng eingeteilt. Nachts um zwei Uhr beginnt er mit Lesungen, Gebeten und Gesängen, dem Lesen der Messe, an die sich morgens um siebeneinhalb Uhr Handarbeit und Unterricht anschließen. Es folgen das Hochamt und geistliche Übungen bis zu dem auf elf Uhr und an den Fasttagen auf zwölf Uhr festgesetzten Mittagessen. Die Fastenzeit selbst ist von sehr langer Dauer, und zwar vom 14. September bis Ostern. Der Nachmittag gibt Freiheit für eine Studienzeit und praktische Arbeit. Es folgt dann die Vesper; das schlichte Abendessen ist um sechs Uhr. Vor der Nachtruhe selbst, die im Sommer um acht Uhr, im Winter um sieben Uhr beginnt, ist noch eine Vesper und die Gewissenserforschung. Das Leben fließt also streng zwischen hauptsächlich körperlicher Arbeit und Gebet. Großen Wert legt der Orden darauf, daß alle seine Mitglieder, auch die Chorherren, gerade an dieser körperlichen Arbeit teilnehmen. Das Entbehrungsreiche der Lebensführung erhellt auch aus der Schlichtheit der Mahlzeiten. So ist jeder Fleisch-, Fett-, Fisch- und Weingenuß, auch das Ei für die Gesunden verboten. Die Mittagsmahlzeit besteht aus einem Teller Suppe, einer Schüssel Gemüse, einem Stück Brot, einem halben Liter dünnen Bieres und etwas Obst. Ebenso einfach ist der Abendtisch bestellt.
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Die karge Mahlzeit der Trappisten besteht aus Suppe, Gemüse, Kartoffeln und einem Krug Bier; Gabel und Löffel sind aus Holz, das Eßgeschirr aus Zinn, der Krug aus Ton
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Eines der schwierigsten Gebote der Trappisten ist das ihnen auferlegte ewige Schweigen. Zeigt sich eine Verständigung unter ihnen, z.B. bei der praktischen Arbeit, erforderlich, so geschieht sie durch eine Zeichensprache.

Innerhalb der klösterlichen Gemeinschaft werden alle Arbeiten selbst erledigt, so daß ein Kloster einen geschlossenen wirtschaftlichen Kreis bedeutet. Für die Viehzucht und die Käserei hat der Orden es sogar zu einer besonderen Bedeutung gebracht.

Unsere Bildfolge aus dem Eifelkloster der Trappisten in Mariawald gibt eine lebendige Vorstellung des schlichten Tagewerkes der Mönche. Zwischen Betrachtung, Gebet und Arbeit fließt das Leben der Insassen hin.

Wer einmal, über die Berge der Eifel kommend, das Kloster besucht, in seiner Umgebung eine kurze Zeit verweilt hat, wird den starken Eindruck nicht vergessen, der ohne Pathos, ohne Worte von diesen Mauern zu ihm kommt. Er geht als eine feine und stille Erinnerung mit uns in den Alltag.
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Die Mönche bei der Obsternte
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Und wer nach der Wirkung des Ordens, seiner Bedeutung für die Allgemeinheit fragt, wer sich dieses schlichte, ja fast harte und strenge Leben nicht erklären kann, dem ist eine Antwort aus dem Tag heraus schlecht zu geben. Daß die Trappisten weniger wissenschaftlich arbeiten, auf landwirtschaftlichem Gebiet aber diesen oder jenen Erfolg aufweisen können, wird ihm als Antwort nicht genügen. Ihr Leben und Tun muß vielmehr aus der Einsicht eines gläubigen Menschen betrachtet werden, jenseits aller konfessionellen Grenzen. Alles, was der Trappist tut, geschieht aus dem Bewußtsein und der Erkenntnis, daß Buße, Beten, Entbehrung und Arbeit, also eine Selbstaufopferung der Persönlichkeit im schlichten Gewande, ja, man möchte sagen: in der Anonymität der Klostermauern, geschieht zum Wohl und Gedeihen nicht nur der eigenen Läuterung, zur Erreichung der besten Lebens- und Welterkenntnis, sondern im letzten Grunde, um auch in der Welt das an Unheil und Übel abzutragen, was an allen Tagen und zu allen Stunden geschieht. Und hier ist bei aller Konzentration auf das Göttliche eine Bindung, die verstanden und die vom Weltmenschen instinktiv gefühlt wird.
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Zeichensprache zwischen zwei Chornovizen und dem Leiter der Wäscherei
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Der Zwang, den dieses Leben in den schlichten Räumen mit all seinen Entbehrungen bedeutet, ist selbstgewählt, geschieht aus freier Bestimmung. Darum kann zur Erfüllung seiner Aufgaben ein Trappist nur dann gelangen, wenn die Größe seines Menschentums wächst mit der freiwilligen Erkenntnis und Aufnahme aller der Beschwerungen und der Askese, welche die Regel ihm vorschreibt. Das gilt im gleichen Sinne für andere Orden, wie z. B. die Karthäuser. Der Sieg über die vielfältigen Ziele und Wünsch des Herzens, der Sinne und des Geistes durch eine große und geordnete Disziplin kann nur dann als eine wirkliche Tat erreicht werden, wenn sie aus freimütigem Herzen heraus geschieht. Und das ist im letzten Grunde eine Zielstellung des Lebens überhaupt, die ein jeder für sich zu erreichen sucht, wenn ihm auch der Weg hierzu wesentlich schwieriger gemacht wird, wenn alles das ihn ergreift und stört, was an diesen Klostermauern vorüberzieht.
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Vor dem Betreten des Refektoriums benetzen die Klosterinsassen zwei Finger mit geweihtem Wasser, wie es die alte Sitte will.