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Gut kann es sein zu schweigen, selbst vom Guten zu schweigen
Auszug aus einem Beitrag des Vizeprokurators der Abtei auf der Jahreshauptversammlung des Fördervereins am 4. Mai 2014
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Klöster sind interessante Orte. Deshalb spielen viele Romane und Filme in Klöstern. Klöster sind geheimnisvolle Orte, denn sie sind oft von einer hohen Mauer umgeben, und im Innern gibt es den nicht zugänglichen Bereich der Klausur. Viele möchten gerne wissen, was denn da hinter Mauern und abweisenden Türen verborgen ist.

Das ist ein Grund, weshalb an den Abt und die Mönche immer wieder der Wunsch herangetragen wird, mehr Einzelheiten über das Leben im Kloster zu erfahren und, falls man Mitglied des Fördervereins ist, in irgendwie familiärer Weise am Leben der Abtei teilnehmen zu können.

So liebevoll dieses Interesse auch gemeint sein kann, so stößt seine Erfüllung doch an unaufhebbare Grenzen. Denn die Trappisten sind kein Verein wie viele andere und kein Orden mit einem sozialen Auftrag, sondern sie haben sich entschieden, Gott nach einer für sie verbindlichen Ordnung und Regel zu dienen.

Die Trappisten heißen „die schweigenden Mönche“, weil sie, strenger noch als andere Orden, die Forderung des Mönchsvaters Benedikt ernstnehmen, nur das Notwendigste zu sprechen. Der hl. Benedikt ist dabei von einer unbedingten Entschiedenheit, denn im 6. Kapitel seiner Regel verbindet er das Schweigegebot mit einem Wort aus dem 38. Psalm. Er schreibt:

„Ich nahm mir vor, […] meinen Mund zu verwahren mit einem Zaume; so ward ich denn stumm, verdemütigte mich und schwieg selbst vom Guten.

Wenn wir also nur Weniges aus unserem Kloster erfahren, müssen wir eigentlich dankbar sein; wir können dann annehmen, dass die Mönche echte Mönche sind. (Wenn wir viel oder zu viel hören, müsste uns das sehr nachdenklich machen, denn ein geschwätziger Mönch hat aufgehört, ein Trappist zu sein.)

Dass die Mönche Mönche sind, können wir unsererseits begünstigen, wenn wir ihr diskretes Leben respektieren und sie nicht mit was auch immer für Wünschen glauben befassen zu sollen. Einen Mönch ohne Erlaubnis des Abtes und ohne Notwendigkeit anzusprechen bedeutet schon, ihn in Verlegenheit zu bringen. [...]

Nehmen wir uns also vor, den Abt und die Mönche rechte Söhne des hl. Benedikt sein zu lassen! Belasten wir sie nicht mit vergänglichen, unnötigen Dingen! Reduzieren wir unser Informationsbedürfnis! Freuen wir uns, wenn wir die Mönche gehorsam finden, indem sie „selbst vom Guten schweigen“!

Auch wenn zwischen unserer und ihrer Welt eine Mauer ist, so trennt sie ja nicht völlig. Wir dürfen gewiss sein, dass Vater Abt und die Mönche für uns und für die ganze Welt opfern und beten, und wir können unsererseits für die Mönche und ihren Abt beten. Daran hindert keine Mauer und keine Klausur.

Im Flyer des Fördervereins wird Mariawald als eine „Oase von erfüllter Zurückgezogenheit und Stärke“ bezeichnet. Biotope kann man fördern, aber man muss sie gleichzeitig in Ruhe lassen. Ebenso ist es mit der Mariawalder Oase.

(Paul Blasel, 2014)