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Ewige Gelübde in Mariawald

Bruder Johannes legt seine feierliche Profess ab
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Bruder M. Johannes
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Am 29. April 2012, dem Fest des hl. Robert von Molesme, des Mitbegründers von Citeaux (1098), legte Bruder Maria Johannes Wolf in der Abteikirche von Mariawald die feierliche Profess ab.

Viele Beter hatten sich zum festlichen Gottesdienst versammelt an diesem Tag, nachdem sie unter den steinernen Figuren vierer großer Mönche, darunter eben auch dem Bild des hl. Robert, die Kirche betreten hatten.

Die hier nur selten zu hörende Orgel, die kraftvolle Schola, der gregorianische Choral, die Missa de angelis („Engelmesse“!), Weihrauch, Kerzen und nicht zuletzt die Kirchensprache, also das Lateinische, und der der Subjektivität enthobene Duktus einer strengen Liturgie spiegelten im Abbild die Schönheit göttlicher Wirklichkeit.

Nach dem Evangelium beginnt der Akt der Profess. (Der lateinische Begriff findet sich u. a. im römischen Rechtswesen und heißt dann „Öffentliche Erklärung“.)

Der Abt hält zunächst eine „Allocutio“, eine erläuternde und mutspendende Anrede an den Kandidaten.

Abt Josef weist darauf hin, dass das, wozu sich Bruder Johannes in der Profess verpflichtet, gegen den allgemeinen Trend ist, schon zu Anfang das Ende von Bindungen einzukalkulieren, Bindungen zu brechen bzw. gar nicht erst einzugehen. Der Mönch nämlich übereigne sich in einem entschiedenen und endgültigen Akt Jesus Christus und folge dem großen Vorbild des Sohnes Gottes, der sich ganz aufgeopfert hat. Zudem verabschiede sich der Mönch aus der profanen Welt mit ihren materiellen Idealen und schließe sich der Ordensgemeinschaft an als einer neuen Welt, die versuche, dem Gottesdienst nichts vorzuziehen. Der Rückzug von der Welt geschieht dabei nicht, weil die Welt schlecht wäre, sondern weil Gott als Schöpfer der Welt und Erlöser das höhere Gut ist.

Sodann singt Bruder Johannes die Professformel, die er vorher auf einen Pergamentbogen geschrieben hat. Er unterzeichnet sie anschließend, und das Dokument wird auf den Altar gelegt, ehe es dem Abt ausgehändigt wird.

Während der Neuprofesse nun der Reihe nach vor dem Abt und seinen Mitbrüdern niederkniet, werden die vielen Verse des Miserere, „Erbarme Dich“, gesungen. (Wer bisher noch nicht von der Kraft des gregorianischen Gesangs überzeugt war, spätestens jetzt wird er sich ihr nicht länger entziehen können.)
In vier feierlich intonierten Gebeten, während derer Bruder Johannes zum Zeichen der demütigen Unterwerfung vor den Stufen des Altares liegt, wird die Gnade Gottes für den Professen erfleht.

Dann legt der Mönch seinen Mantel ab und erhält die gesegnete Kukulle, das mit der markanten tütenförmigen Kapuze (cucullus) versehene weiße Ordenskleid, symbolisch verbunden mit dem Taufkleid und Zeichen geistlicher Kindschaft und Demut. Währenddessen wird der Hymnus Veni Creator gesungen.

Nach dem hl. Thomas ist die feierliche Profess eine zweite Taufe und gewährt Nachlass aller lässlichen Sünden und zeitlichen Sündenstrafen als gnadenhafte Hilfe, dass der Professe seinen Gelübden treu bleibe.

Schon vorher hat Bruder Johannes in einem eigenen Ritus die Tonsur in Form der Corona erhalten. Diese Schur der Haare, bei der nur ein „krönender“ Haarkranz bleibt, ist seit alters ein Zeichen der Umgestaltung, der Opferbereitschaft und Unterwerfung unter den Willen Christi. Die Corona symbolisiert vorwegnehmend die Hoffnung, von Christus selbst „die Krone des Lebens“ zu erhalten.

Nach mehr als zwei Stunden ist die Messfeier mit der feierlichen Profess beendet. Dass sich daran unmittelbar das Gebet des mittäglichen Offiziums anschließt, macht jene Liebe und jenes Pflichtbewusstsein der Mönche deutlich, die nicht zulassen, dass dem Gottesdienst etwas vorgezogen wird, – so wie es eben ihrer Berufung entspricht.

So muss der Empfang der mitfeiernden Freunde und Gäste noch warten. Und da zeigt sich nun, dass die Weltabgeschiedenheit der Trappisten keine in Dogmatismus erstarrte Fessel ist. Die guten und tüchtigen Damen des Restaurants haben ein köstliches Buffet hergerichtet, denn ganz Mariawald freut sich mit Bruder Johannes und Abt Josef.

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Das Eingangsgebet der Liturgie dieses Tages zitierte den 36. Psalm, in dem es heißt, dass der Gerechte in seinem Herzen das Gesetz Gottes trägt und er der Weisheit auf der Spur bleibt. Weil Bruder Johannes dies will, wird er auch in Zukunft mit anderen Mönchen in tiefer Nacht weit vor 3 Uhr aufstehen und in der Kirche das erste der acht Stundengebete singen; das letzte dann um 19.15 Uhr, also die Komplet. Diese Anstrengung dient nicht, wie bei einem Marathonläufer, der Selbstbestätigung, sondern ist zweifacher Dienst in und an der Kirche: Dienst der Gottesverehrung und Dienst der ununterbrochenen Fürbitte für die Anliegen und Nöte der Welt.

In der zwischen Gebet und Messfeier verbleibenden Zeit muss auch Bruder Johannes, wie seine Mitbrüder, arbeiten, sei es körperlich oder geistig. Bruder Johannes verbringt manche Stunden dieser Zeit mit dem Studium der Philosophie und Theologie in Vorbereitung auf das Priestertum.

Die vielen an diesem besonderen Tag den neuen Kleriker begleitenden Wünsche kann man mit einem Wort aus dem Buch der Weisheit zusammenfassen, das in der Liturgie gelesen wurde: Möge er immer ein Liebling Gottes sein, dilectus Deo.
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