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Jubiläum in Mariawald
1511 - 2011
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altes Mariawalder Altarbild
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Terribilis est locus iste: hic domus Dei est et porta caeli; et vocabitur aula Dei.
Mit diesen Worten, gesungen von der Schola, begann das feierliche Hochamt am 11. November in der Mariawalder Abteikirche, übersetzt: „Ehrfurchtgebietend ist dieser Ort. Hier ist das Haus Gottes und der Zugang zum Himmel; sein Name heißt: Residenz Gottes.“

Genau vor 500 Jahren, eben am 11. November 1511, wurden Altar und Ostchor der ersten Kirche des Klosters geweiht, ein besonderer Grund zu Erinnerung und Dank.

Die zitierten Worte stammen von Jakob, als er im Traum die Leiter gesehen hatte, auf der die Engel auf- und niederstiegen und an deren Ende Gott stand und seinen Segen für alle Zeit verhieß. (Mit eben diesen Worten hat wohl auch 1511 die Liturgie begonnen.)

Den Segen Gottes hat Mariawald immer wieder erfahren, denn der dreimaligen Auflösung folgte jedes Mal wieder ein Neuanfang, so dass bis heute das Lob Gottes und der Jungfrau Maria hier nicht verstummt ist. (Die einzelnen Geschehnisse im Laufe der Geschichte kann man in der „Chronik“ nachlesen.)

Beim zweiten Festhochamt am Sonntag konnte die Kirche die Besucher, Gäste aus nah und fern, kaum fassen, ein Zeichen dafür, dass die Existenz dieses Klosters für viele Menschen bedeutsam ist, und eine Demonstration für den wiedererwachten Geist der Tradition, ist doch die Abtei mit päpstlichem Privileg 2008 zur Feier der Liturgie in der überlieferten Form und zur strengeren Ordnung der Zisterzienserregel zurückgekehrt. So ist hier in der Ursprünglichkeit des in die frühen Jahrhunderte des Christentums zurückreichenden Gottesdienstes die porta caeli, die Pforte des Himmels, in erneuerter Deutlichkeit gegenwärtig. Als nach dem Schlussevangelium, jener Hymne auf den Logos Christus, alle in das Lied einstimmten: „Ein Haus voll Glorie schauet weit über alle Land.“, so war dies noch einmal das Bekenntnis zur göttlichen Stiftung der Kirche, zum Haus, „aus ewgem Stein erbauet von Gottes Meisterhand“, die Mariawald und seine Mönche 500 Jahre nicht verlassen hat. Die weitere Strophe des Liedes, entstanden während des Kulturkampfes, scheint die heutige Situation in höchst verwandter Weise vorwegzunehmen: „Wohl tobet um die Mauern der Sturm in wilder Wut“ – wem fielen da nicht bestimmte Medienkampagnen ein? - , aber auch Zuversicht zu geben, denn „das Haus wird´s überdauern, auf festem Grund es ruht. Gott, wir loben Dich!“

Neben dem Altar auf einer Konsole steht eine Nachbildung des Mariawalder Gnadenbildes, das im Chaos der Französischen Revolution nach Heimbach gerettet wurde und dort bis heute verehrt wird. Die trappistische Frömmigkeit, geprägt durch den hl. Bernhard von Clairvaux, verbindet das Lob Gottes immer mit dem Mariens. So beginnt, wie immer, auch an diesem Tag das bald dem Hochamt folgende Stundengebet mit dem Ave, Maria.

„Nichts darf dem Gottesdienst vorgezogen werden!“, so fordert es die Regel des hl. Benedikt.. Deshalb hat auch das Jubiläum keine herausragenden Sonderveranstaltungen. Was geschieht, ist Gottesdienst. Alles weitere, so schön es auch sein mag, ist nur Ergänzung oder Rahmen.

Der Festtag des 11. November ist ein Freitag, der Todestag des Herrn. Die Mönche haben deshalb zum Beten des Kreuzwegs eingeladen. Wer kann, geht von Mariawald, geführt vom Vortragekreuz, durch Wiesen und Wald zur Kirche nach Heimbach zum Gnadenbild. Unter Glockengeläut zieht die Pilgergruppe in die Kirche ein, wo sie vom Hausherrn, HH Pfarrer Doncks, begrüßt wird. Er bekräftigt jene jahrhundertealte Verbindung von Heimbach und Mariawald durch die ununterbrochene Verehrung des Gnadenbildes, der Pieta.
Dann beginnt der Kreuzweg, den bekannten Stationen folgend. Ein Mönch liest an den Stationen jeweils Meditationen, die unser Hl. Vater 2005 für Johannes Paul II verfasst hat. Die Texte sprechen auch davon, wie sich die Passion Jesu in unserer Zeit fortsetzt und wie auch wir in diese Passion verwickelt sein können. (5oo Jahre Mariawald sind auch 500 Jahre Passion, sei es aufgezwungenermaßen, sei es durch das Opferleben der getreuen Mönche in der Nachfolge Christi.)

Die Dämmerung ist schon angebrochen, als die Wallfahrer, nunmehr eine größere Gruppe durch hinzugekommene Teilnehmer aus Heimbach, in der Kirche den Segen des Abtes empfangen und im Lied Maria ihre Reverenz erweisen;„Maria, breit den Mantel aus!“

Zu Zeiten, als Mariawald noch ein Wallfahrtsort war, verbanden die Beter ihren Besuch auch mit einer Beichte. Deshalb ist nun der mittlere Tag des Jubiläums als Beichttag angeboten worden. Zwei Beichtväter waren den ganzen Samstag über bereit, das Sakrament zu spenden. Es mögen 30 oder 40 gewesen sein, über die der Himmel sich an diesem Tag mehr gefreut hat als über viele Gerechte.

Der Sonntag, 13. November, gab nun auch denjenigen Gelegenheit, an einem feierlichen Hochamt teilzunehmen, denen es in der Woche nicht möglich war. Der Organist opfert seine Zeit, um hier zu spielen, die Schola ist bestens vorbereitet, die erwachsenen Messdiener haben ihren Dienst eingeübt, wieder erklingt der Choralgesang zum Lob Gottes, wieder vollzieht sich das Mysterium der Wandlung in vollständiger Stille, nur angezeigt vom dreifachen Glockenschlag. Fest den goldenen Stab in der Hand – Zeichen seines Amtes - , predigt und segnet Vater Abt.

Diesmal preist das Schlusslied die Gottesmutter, die Patronin von Mariawald, die ja hier sozusagen Hausherrin ist und Eigentümerin von Wald und Weiden: „O Jungfrau ohne Makel, du schöne Himmelsblum, der Gottheit Tabernakel, der Gnade Heiligtum. (…) Auf deine Fürbitt bauen wir Sünder allgemein, auf dich wir fest vertrauen“!

Am Nachmittag gibt es in der Kirche eine schlichte Feierstunde. Umrahmt von Orgel und Violine, werden Texte von Mönchen vorgelesen zunächst aus der Regel des hl. Benedikt über die Demut, dann aus einem Brief des hl. Trappisten Br. Rafael an seine Schwester, in dem er den Blick auf Gott als wichtigste Übung zur Vollkommenheit beschreibt und nicht die Beschäftigung mit den eigenen Mängeln. Und drittens aus einem Text des im Januar verstorbenen, von vielen hochgeschätzten Mariawalder Mönchs Br. Famian.

Die Festtage werden um 17 Uhr beschlossen mit einer feierlichen Vesper, an deren Ende das Allerheiligste zur Anbetung ausgesetzt wird. Wieder umfängt das Geheimnis der Stille die Anwesenden , die hier für kurze Zeit an der in der Trappistenregel angemahnten dauernden Stille teilnehmen können.Es folgen das Tantum ergo, der sakramentals Segen, erteilt durch Christus in der goldenen Monstranz, und das Te Deum, „Großer Gott wir loben Dich!“
Der göttliche Zeremonienmeister der Liturgie an diesen Festtagen hat bis zum Ende ein besonderes Geschenk aufbewahrt. Wer nämlich wollte, konnte, indem er an diesem Kirchweihfest das Te Deum mitsang, gemäß den üblichen Bedingungen einen vollkommenen Ablass erlangen. (Ob das alle gewusst haben?)

Das Fest bot aber auch Profaneres, eine Ausstellung zur Geschichte von Mariawald, eine neueröffnete kleine Abteilung mit antiquarischen Büchern im Klosterladen und –last not least – ein blumengeschmücktes Restaurant.

Die Ausstellung, organisiert und betreut vom exzellenten Mariawaldkenner Herrn Stoffers, empfing den Besucher mit wunderbar leuchtenden Photographien der ehemaligen Kreuzgangfenster. Hergestellt in Kölner Werkstätten um 1525, wurden sie infolge der Wirren der Französischen Revolution demontiert und landeten schließlich (sofern erhalten) in Museen in England und Amerika. (Bis zum 26. 2. 2012 ist die Mariawalder Fensterkunst auch im Schnütgen-Museum zu Köln dokumentiert.) Bedürfte es eines Beweises für die Liebe so vieler Menschen zur Gottesmutter und zum jungen Kloster in der einsamen Eifel, so würde sie schon allein durch die herrlichen Fenster belegt, die zu stiften vor 500 Jahren offenbar kein Opfer zu hoch war.

Kopien von Gründungs- und Stifter-Urkunden, u. a. eine Bulle des berüchtigten Papstes Alexander VI., erinnern nicht nur an juristische Ordnung, sondern auch daran, dass Gott sich auch unwürdiger Werkzeuge bedienen kann, um Gutes zu wirken. Nicht alle Details der Ausstellung können hier genannt werden, aber besondere Erwähnung verdienen doch zwei vorgeführte Filme, die das Kloster und das Leben der Mönche von Mariawald dokumentiert haben, ein Schwarzweißfilm von 1958, also vor Vat. II, und ein Buntfilm von 1978, also nach Vat. II. Beide, aber der ältere doch intensiver, vermitteln den trappistischen Geist des in der Stille gottgeweihten Lebens. (Der Andrang, gerade diese Filme zu sehen, sprengte die Kapazität des Aufführungsraums immer wieder. Es scheit lohnend, gerade den Film von 1958 digital aufzubereiten und zum Kauf anzubieten.) Im Film von 1978 ist zu sehen, wie die Mönche aus Ringbüchern und nun in neuen Modi und auf deutsch das Stundengebet singen. Vor ihnen liegen verschlossen die großen alten Bücher. Heute werden in Mariawald wieder die alten Folianten aufgeschlagen, heute wird hier wieder in alter Weise in der Sprache der Kirche gesungen. Um zu hoffen ,dass ein Baum Früchte trägt, darf man die Wurzeln nicht kappen.

500 Jahre Mariawald, 500 Jahre Geschichte, 500 Jahre in allen Wechselfällen aula Dei, Residenz Gottes und Heimstatt Mariens.
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