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Wir danken Gott für unsere Erlösung
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Seine Kraft wirkt mit großer Macht in mir. Kol 1,29

Lieber Herr Jesus, wir sehen heute, am Fest Deiner Darstellung, wie Dich Deine Mutter Maria im Tempel darstellt. Gerne folgen wir Deiner Einladung, nicht gedankenlos an dem Geheimnis dieses Festtages vorbeizugehen.

Jesus, Du bist der wesenhafte Sohn Gottes. Als solcher teilst Du alle Eigenschaften Deines himmlischen Vaters. Du selbst bezeugst es im Evangelium, wenn wir von Dir hören: „Wie der Vater das Leben in sich hat, so hat er auch dem Sohn gegeben, das Leben in sich zu haben“(Joh 5,26). Als wahrer Sohn Gottes existierst Du aus Dir selbst. Die Gottesgelehrten haben dafür ein eigenes Wort geprägt. Sie nennen es Aseität. Wie Du dieses unabhängige Leben mit dem Vater teilst, so hast Du auch teil an Seinem Wirken. „Was nämlich der Vater tut, das tut in gleicher Weise der Sohn“ (Joh 5,19). Du bekräftigst dies, wenn wir ferner von Dir hören: „Denn wie der Vater die Toten auferweckt, so macht auch der Sohn lebendig, wen er will“( Joh 5,21). Wir danken Dir, guter Jesus, dass Du uns bei unserer Taufe die göttliche Tugend des Glaubens eingegossen hast, so dass es uns nicht ergeht wie den Juden, von denen wir hören: „Darum waren die Juden noch mehr darauf aus, ihn zu töten, weil er nicht nur den Sabbat brach, sondern auch Gott seinen Vater nannte und sich damit Gott gleichstellte“ (Joh 8,18). Doch bleiben wir bei dem stehen, dass Du der Sohn Gottes bist und als solcher Deinen Vater liebst. Wie die Bibel die Liebe eines gewöhnlichen Sohnes zeichnet , so dürfen wir diese Eigenschaft bei Dir als Sohn Gottes ins Unendliche ausdehnen. So lesen wir im Buch der Sprüche: „Ein kluger Sohn macht seinem Vater Freude“ (Spr 10,1). Es ist kaum vorstellbar, wie sich die Freude, die Du Deinem Vater bereitest, auswirkt. Wir haben das Mysterium Deiner Menschwerdung gefeiert. Während wir unser Menschsein mit Dir teilen, lässt Du uns teilhaben an Deinem göttlichen Leben. Somit genügt es Dir nicht, nur als der wesenhafte Sohn Gottes Deinen Vater zu lieben. Deine Liebe zum Vater, Deine Hingabe an Seinen Liebeswillen will sich nun auch in uns verwirklichen. Nun willst Du auch in uns und mit uns Deinen Vater lieben.

Wir erinnern uns an den Schöpfungsplan Gottes. Ein unendlicher Gott muss sich notwendig lieben. Er kann nicht anders, als Seine Verherrlichung anzustreben. Die größte Verherrlichung geschieht Deinem Vater durch Dich, Seinen wesensgleichen Sohn. Da wir nun mit Dir vereint sind, folgt daraus unvermeidlich, dass Du nun mit uns Deinen Vater verherrlichen willst. Da Dein Vater uns in Vereinigung mit Dir als Seine Kinder erkennt, wächst auch in uns das Verlangen, Ihn als unseren Gott und Vater zu lieben. Jesus, wie Dein Vater so nimmst auch Du in uns dieses Anliegen wahr. Jesus, es ist nicht auszudenken, mit wieviel Freude Du dies in uns feststellst. Nun verstehen wir, wenn Du uns als Deine Freunde bezeichnest. „Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe“(Joh 15,15). Ein Knecht dringt nicht so sehr in die Absicht seines Herrn ein wie ein Freund in die seines Freundes. Jesus, so danken wir Dir, dass wir an Deinem Geheimnis teilhaben dürfen.

In der lateinischen Sprache heißt Geheimnis „Mysterium“. Lieber Herr Jesus, wir sprechen von der Kirche als den mystischen Leib Christi. Dies beinhaltet, dass von Dir, dem Haupt dieses mystischen Leibes, alle Gnaden in die Glieder des mystischen Leibes strömen. Auf diese Weise werden wir von Deinem göttlichen Gnadenleben durchströmt. Du belebst uns. Wie großes Vertrauen dürfen wir nun zu Dir haben! Wir dürfen uns Dir ausliefern, damit Du Deinen Gnadenstrom in Überfülle ergießen kannst. An Dein bitteres Erlöserleiden, das Du für uns erduldet hast, können wir nichts mehr ändern. Dies liegt nun hinter Dir. Aber wir haben die Möglichkeit, es Dir jetzt in unserem Leben zu vergelten. Wir haben die Gelegenheit, Dich in unseren Herzen einen Himmel erleben zu lassen. Dies geschieht, wenn wir uns für jede Gnadengabe, die Du uns schenken willst, öffnen. Dann hast Du die Gelegenheit, Deinen Vater in uns zu verherrlichen. Dann verliert auch das Bibelwort seine Geltung, dass wir vor der Sündenflut lesen „Da reute es den Herrn, auf der Erde den Menschen gemacht zu haben“(Gen 6,6). Wenn Dein Vater in uns Deine ganze Liebe erfährt, dann ist der größte Zweck der Welterschaffung, die in Deiner Menschwerdung den Gipfel erreicht, erfüllt. Als Gotteskinder teilen wir Dein Verlangen, Deinen Vater zu verherrlichen. Das Gott alles in allem sei, das ist unser tiefstes Verlangen, das ist unsere heißeste Sehnsucht. Wie sehr sind wir Dir dankbar, dass Du uns die Möglichkeit zeigst, dies zu verwirklichen. Du hast Deinen Aposteln versprochen, ihnen den Heiligen Geist zu schenken, damit Er sie weiter in die Wahrheit einführt, die Du ihnen mitgeteilt hast. Wir erfahren nun die Wahrheit dieser Verheißung. Du schenkst uns Deinen Heiligen Geist. Er ist in der Heiligsten Dreifaltigkeit die personenhafte Liebe zwischen Dir und dem Vater. Nun erfahren wir, wie diese Liebe in uns wirksam ist. Dankbar öffnen wir uns dafür. So wird unser Kindesverhältnis zu unserem himmlischen Vater offenbar. Dies soll nun unseren Alltag beleben. Nun wissen wir, weshalb wir leben, weshalb uns Gott ins Dasein gerufen hat. Nun braucht uns ein grauer Alltag nicht zu einer langweiligen Routine werden. Wir schauen in unser Herz und vergegenwärtigen uns, dass wir an Deiner Sohnesliebe zum Vater Anteil haben, um unseren Gott als unseren himmlischen Vater zu beglücken.

Br. M. Famian