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Gemeinschaft bei der geistlichen Lesung
„Die Lebensweise im Zisterzienserorden Strengerer Observanz besteht in einem Gott geweihten Leben, das in brüderlicher Einheit,in Einsamkeit und Schweigen, in Gebet und Arbeit, sowie der Lebensdisziplin seinen Ausdruck findet. Durch verborgene apostolische Fruchtbarkeit trägt sie bei zum Wachsen des mystischen Leibes Christi.“ (Konstitutionen, 7) So leiten die Konstitutionen unseres Ordens das Kapitel über die zisterzienserische Lebensweise ein.

Zunächst wird unser Leben als Gott geweiht beschrieben. Für uns Zisterziensermönche, die wir nach der Regel des hl. Benedikt von Nursia leben, beinhaltet das Gott geweihte Leben drei Elemente: Beständigkeit, klösterlichen Lebenswandel und Gehorsam. Diese drei Gelübde legen wir bei unserer Profess ab.

Mit dem Gelübde der Beständigkeit geloben wir unser Leben lang in einer Gemeinschaft an einem Ort auszuharren. Üblicherweise verlassen wir daher das Kloster unserer Profess nicht; im Einzelfall kann es jedoch Versetzungen in andere Klöster geben.

Durch das Gelübde des klösterlichen Lebenswandels übernimmt der Mönch für sich die monastische Lebensweise nach Art der Zisterzienser Strengerer Observanz. Das Gelübde beinhaltet insbesondere persönliche Armut und Ehelosigkeit.

Christus folgend, der Gehorsam war bis zum Tod, verspricht der Mönch durch das Gelübde des Gehorsams, ein Leben nach der Regel des hl. Benedikt und unter der Leitung seines Abtes, in dem wir im Glaubens einen Stellvertreter Christi sehen, durch dessen Führung sich für uns der Willen Gottes kundtut.

Kennzeichnend für das Leben nach Regel des hl. Benedikt ist die zönobitische, das heißt gemeinschaftliche Lebensform in brüderlicher Einheit, die sich nach den Konstitutionen unseres Ordens wie folgt ausdrückt: „Einheit des Geistes in der Liebe Gottes, ein Band des Friedens in der beständigen gegenseitigen Liebe aller Brüder, Teilen aller Güter der Gemeinschaft.“ (Nr. 13) Konkret äußert sich das gemeinschaftliche Leben insbesondere in den gemeinsamen Gottesdiensten, der gemeinsamen Lesung und der gemeinschaftlichen Einnahme der Mahlzeiten. Die gemeinsamen Schlafsäle, wie es sie bis in die 1990er Jahre hinein in unserem Kloster noch gab, haben wir allerdings mittlerweile durch Einzelzimmer ersetzt.
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Mönch beim privaten Gebet
Wir Zisterziensermönche wollen ganz für Gott leben. Daher erfordert unsere Lebensweise auch ein gewisses Maß ein räumlicher Trennung vom Treiben der Außenwelt, die uns zusammen mit dem Schweigen, einem der herausragendsten monastischen Werte unseres Ordens, den nötigen Rahmen für unser Streben nach ständigen Gottgedenken bietet. Natürlich sind Einsamkeit und Schweigen kein Selbstzweck. Zeitung, Telefon und Internet gibt es auch bei uns im Kloster, jedoch sind wir angehalten diese Medien mit der nötigen Umsicht und gemäß unserer Berufung zu gebrauchen. Radio und Fernsehen indes haben wir nicht. Ebenso ist die Zeichensprache, mit der wir uns bis in die 1990er Jahre verständigt haben, ohne das Schweigen brechen zu müssen, nicht mehr in Gebrauch. Heutzutage sprechen wir über alltägliche Dinge wie die anfallenden Arbeiten oder über geistliche Dinge, die uns bewegen. Small Talk, Plaudereien oder Geschwätz gibt es bei uns dagegen nicht.

Arbeit, Gebet und Lesung sind die drei Grundpfeiler unserer Lebensweise. „Die Arbeit, besonders die Handarbeit, verschafft den Mönchen Gelegenheit, am göttlichen Werk der Schöpfung und der Erlösung teilzunehmen und den Spuren Jesu Christi nachzufolgen. In der Zisterzienser-Überlieferung erfreut sie sich von jeher einer besonderen Wertschätzung. [...] Sie bietet zugleich Gelegenheit zu fruchtbarer Askese, welche die Entfaltung und Reifung der Person begünstigt und die Gesundheit des Leibes wie des Geistes fördert.“ (Konstitutionen, 26) Neben diesen geistigen Nutzen der Arbeit, wie unsere Konstitutionen sie beschreiben, hat sie freilich den ganz praktischen Zweck: sie sichert uns unseren Lebensunterhalt. In unserem Tagesablauf für Werktage sind täglich etwa fünf Stunden Arbeit vorgesehen. Die Arbeitsbereiche umfassen unter anderem Arbeiten im Klausurgarten, in der Likörfabrik, in der Klosterverwaltung oder in Gästehaus ebenso wie Dienste innerhalb der Kommunität wie Waschen, Putzen, Kochen und Spülen. Landwirtschaft betreiben wir heute nicht mehr.

Der zweite wesentliche Grundpfeiler unserer zisterziensischen Lebensform ist das Gebet. Neben dem kanonischen Offizium, den acht Gebetszeiten, die wir täglich gemeinsam in der Kirche verrichten, zählt dazu ganz wesentlich auch das private Gebet. Zum Gebet rechnen wir auch die lectio divina, die geistliche Lesung. „Diese herausragende Übung des monastischen Lebens, in der das Wort Gottes vernommen und wiedergekäut wird, ist eine Quelle des Gebetes und eine Schule der Kontemplation, in der der Mönch von Herz zu Herz mit Gott spricht.“ (Konstitutionen, 21) Nach den Vigilien sieht unser Tagesablauf mindestens eine halbe Stunde für die lectio divina vor.

Unsere gesamte Lebensdisziplin ist freilich kein Selbstzweck. Alle Übungen des geistlichen Lebens führen letztlich zu dem einen Ziel hin, dass „durch das Wirken des Heiligen Geistes in den Brüdern die Gottebenbildlichkeit wiederhergestellt werde [...], damit sie so allmählich Christus in seiner vollendeten Gestallt darstellen dürfen.“ (Konstitutionen, 45,1) In der Taufe sind wir zu Geschwistern Christi und Kindern Gottes geworden. Ziel unseres Lebens, wie letztlich Ziel jedes Christen, ist es, diese Gotteskindschaft in unserem Leben zu verwirklichen, uns zu einem Tempel des Heiligen Geistes zu machen und so gleichsam vergöttlicht zu werden.

Mit dieser Bewegung von unten nach oben geht aber auch immer eine Bewegung von oben nach unten einher. Wenn wir Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen wollen, muss sich unser monastisches Leben „aufs Innigste mit dem Eifer für das Reich Gottes und für das Heil der ganzen Menschheit“ (Konstitutionen, 31) verbinden. So sind auch wir zum apostolischen Dienst aufgerufen, der unser kontemplatives Leben selbst ist.